Outdoor

Michelle

Lübeck Ende September 2016. Ich weiß, schon wieder lange her. Aber so ist das halt, wenn man lieber fotografiert als schreibt.

Wir haben uns zuerst im Kaffee getroffen und geredet. Über Träume und das Leben. Wie es war, ist und hoffentlich wird. Wohin die Reise gehen soll. Was wichtig ist und was nicht. Welche Menschen weiterbringen, welche bremsen. 
Ach ja, fotografiert haben wir auch. Erst ein wenig draußen und später dann auch noch drinnen. Es war schön zu spüren, das Michelle Vertrauen zu mir hat, obwohl wir uns erst wenige Stunden kannten. Und eine der Voraussetzungen, das die Bilder was werden ist Vertrauen, da bin ich ganz sicher.

Zum Abschluss sind wir dann noch was Essen gegangen. Es ist lustig die Reaktionen der Leute zu beobachten, wenn ein alter Knacker wie ich mit einer jungen hübschen Frau das Lokal betritt. Tuscheln, versteckte Blicke, Neugier. Wir haben uns köstlich amüsiert. Smile

Danke Michelle für Dein Vertrauen, war ein inspirierender Tag mit Dir.

Liam, Teil 5

Heute gibt’s mal wieder was neues von Liam. Wir haben uns schon Mitte November zu unserem Shooting getroffen. Grau war es und kalt. Liam erzählt von den Mühen, die es kostet seinen Vornamen ändern zu lassen. Wie für alles in diesem Land gibt es dafür natürlich entsprechende Regeln und Gesetzte. Die besagen in einem solchen Fall, das zwei unabhängige Gutachter noch mal feststellen müssen, das man wirklich jemand anders werden will. Das Amtsgericht stellt dann nach einem weiteren persönlichen Gespräch fest, das der Vorname geändert werden darf. Alles nicht so einfach und mit viel Aufwand und Zeit verbunden. Nichts was man mal so nebenbei macht. Aber jetzt ist es offiziell: Liam heißt jetzt offiziell Liam. Ein riesiger Schritt.
Aber eben nur ein Schritt. Vor ihm liegen die Operationen, die auch körperlich alles ändern werden. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Zielstrebigkeit und dem Durchhaltevermögen, das Liam hat, das alles in letzter Konsequenz durchzuziehen. Wenn man sich diesen Weg immer mal wieder vor Augen führt, kommen einem die Probleme und Aufgaben, die man selber so mit sich rumschleppt, plötzlich so klein und albern vor.

Vielen Dank Liam, das wir Dich begleiten dürfen, es ist sehr inspirierend Dir zuzuschauen.

Fotografisch gibt es diesmal nichts neues. Bisschen analog, bisschen digital. Studio war uns zu langweilig, deshalb waren wir in Heilbronn auf dem Bahnhof. Leider hab ich viele der analogen Bilder versemmelt (Fokussieren ist ein Arschloch). Ich arbeite dran.

Noblex, unendliche Weiten…

Die Liebe zum „Russen“ kühlte nach anfänglicher Euphorie doch relativ schnell wieder ab. 35mm ist zwar schön und gut, aber ich wollte es noch Extremer. Was mich hauptsächlich stört ist der fixe Fokus. Panorama von Landschaften ist ja toll, aber, ehrlich, mir sind Berge zu langweilig. Menschen sind das was mich interessiert, was ich fotografieren möchte. Und da ist die Möglichkeit des „Scharfstellens“ eine tolle Erfindung. Na ja, und halt Mittelformat.  Also hab ich mit auf dem Markt mal umgesehen, was es denn so an spannenden Kameras gibt.

Noblex PRO 175U

Das ist es dann geworden:
Eine Noblex Pro 175U. Viel mehr geht nicht. Macht einen Bildwinkel von 175 Grad. Hat einen einstellbaren Fokus, zwar beginnend bei 6m, aber immerhin. Offenblende 6.5. Für mich als Bokeh- Fetischist etwas gewöhnungbedürftig, aber naja.

Gleich als sie kam hab ich natürlich einen Film durchgezogen und hatte gehofft, das perfekte Bild zu bekommen (davon gehe ich eigentlich immer aus ;-)). War selbstverständlich ein Satz mit X:

WTF? Ich hatte doch sogar das Handbuch gelesen wie man den Film einlegt. Kann also nicht an mir liegen, muss an der Entwicklung liegen!!! 😉 Nachdem des Labor meines Vertrauens mit aber unmissverständlich mitgeteilt hat (*aua*), des das ja wohl gar nicht sein kann hab ich’s dann doch noch mal genauer gelesen. Und mir ist auch aufgefallen, das ein Steg zwischen Linse und Film wohl kontraproduktiv sein könnte. Nächster Versuch:

OK, der Steg ist weg. Das super. Aber warum ist es auf der linken Seite so unscharf (und warum hab ich keine Kirschen?)? Also nochmal Handbuch lesen. Ich hab es schlussendlich geschafft beim vierten! Film alles richtig zu machen:

Das Bild ist von unserem Urlaub in Kraków (Polen). Wir waren sehr früh unterwegs, weil wir die Stadt leer sehen wollten. Auf einem kleinen Platz war dann ein Markt für Tauben. Nicole hat versucht sich das anzusehen. Durfte sie nicht. Waren tatsächlich nur Männer. Gleichberechtigung my ass. 😉

Street- Photographie mit der Noblex. Geiler Scheiß. Das mach ich jetzt öfter.

Elisa

Studiobilder zuerst. Tanz und Lady. Passt beides zu Ihr.

Und auf der Burgruine Leofels waren wir dann auch noch. Mit ein bisschen gutem Willen kamen wir trotz Bauarbeiten in den Innenhof. Somit schon mal keine Neugierigen. Hier dann analog unterwegs mit Kiev und Mamiya. Analog ist das neue f/1.4. 😉

Na gut, eins ist digital. Wer’s findet, kriegt eine Gummipunkt. 😉

Danke an Elisa. Für Durchhaltevermögen und den Mut auf der Mauer zu tanzen. 🙂

Liam, Teil 3

Kaum zu glauben. Es ist erst vier Monate her, dass wir mit unserer kleinen Serie angefangen haben. Er hat sich verändert. Sehr sogar. Mehr als die Bilder zeigen können. Aber schon die Bilder zeigen viel.
Da das Wetter diesmal ganz gut war haben wir beschlossen, unser Glück mal draußen zu versuchen. Was gelernt dabei: es ist definitiv von Vorteil, wenn man die Location schon vorher rausgesucht hat. Dann muss man nicht erst stundenlang durch die Gegend irren. Netten Besuch vom Wachschutz hatten wir dann auch noch. Haben uns aber nicht beirren lassen und haben weitergemacht. Leider ist mir während der Session das Objektiv meiner Mamiya kaputtgegangen. Deshalb gibt es leider nix analoges (außer vom „Russen“).

Liam wird immer mehr zum Mann. Nicht nur der Körper ändert sich, auch die Gesten und die Bewegungen. Er hat die Therapie auf Hormonspritzen umgestellt, dass beschleunigt alles noch mal.

Aber genug davon. Hier die Bilder. Vielen Dank an Liam für das Vertrauen.

Schon wieder Urlaub…

Diesmal allerdings alleine. Kopf frei kriegen und so. Total langweilig und spießig in einer Ferienwohnung in Lütjensee. Da war ich jetzt schon einige Jahre. Die Ferienwohnung ist Klasse und ich habe eine schöne Strecke zum joggen. Hamburg ist nur eine halbe Stunde weg wenn man was erleben will und wenn nicht, dann bewegt man sich einfach eine Woche lang nicht.

Natürlich darf die Kameraausrüstung nicht fehlen. Diesmal neu in meiner Sammlung: Kiev 88. Ja, ich geb’s ja zu. Der Analogvirus hat mich auch erwischt. Obwohl. Eher der Mittelformatvirus. Nachdem der Stilpirat diesen ja ohne Warnungen in großen Mengen in die Fotografenwelt pumpt, hab ich gedacht, ich fang mal klein (was in diesem Fall heißt: analog) an. Ich durfte den heiligen Gral (sprich: Pentax 645Z) schon testen. Das hat bei mir erst mal nur Ernüchterung gebracht. Man muß wissen was man tut mit dem Ding. Sonst kommen trotzdem scheiß Bilder raus. Auch wenn man ein technisches Gerät zum Gegenwert eines Kleinwagens in der Hand hält. Die macht die Fotos trotzdem nicht selbst. Blödes Ding. 😉
Deshalb erst mal zurück auf Los und mit der Billigvariante üben. Das mit dem Entwickeln kann ich ja noch so halbwegs aus meinem früheren Leben.
Ich hatte schon im letzten Jahr Anni kennengelernt. Sie ist nach den Bildern, die wir letztes Jahr gemacht haben nicht schreiend weg gelaufen und hat sich dieses Jahr bereit erklärt, wieder ein Shooting mit mir zu machen. Sie ist Tänzerin, da bietet es sich natürlich an was in der Richtung zu machen. Hamburg bietet entsprechende Locations ohne Ende.
Lange Rede, kurzer Sinn: Hier sind die Ergebnisse. Das Bild oben rechts ist mir der Kiev entstanden. Die anderen unten mit meiner D700. Ich hatte natürlich noch mehr Bilder analog gemacht, aber das mit dem manuellen Fokussieren muß ich wohl noch üben (auch wenn unscharf das neue Schwarz ist wie manche sagen ;-).
Vielen Dank noch mal an mein Model Anni, die trotz Kälte alles was ich mir ausgedacht hatte geduldig ertragen hat. Hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr. 🙂