Analog

100 Tage orofed!

Tusch, Fanfare, Feuerwerk!!! Unglaublich, ich schaffe es tatsächlich schon seit 100 Tagen jeden Tag mindestens einen Film zu belichten. Ein bisschen bin ich stolz auf mich. 
Vielleicht noch mal für die, die es bisher noch nicht mitbekommen haben: Drüben auf http://orofed.cpmalek.de (orofed = one roll of film, every day) findet man die Ergebnisse dieses Projektes, welches grad zu einem großen Teil meine Freizeit bestimmt. Und die Freizeit von Nicole auch.
Jeden Tag eine Rolle Film. In dem Fall einen Rollfilm mit 10 Bildern. Keine Blümchen sondern Menschen. Im schlimmsten Falle Selfies. 😉
Warum das Ganze? Weil man nur durch fotografieren fotografieren lernt. Und weil es Spaß macht. Und die portraitierten sich über die Bilder freuen.  
Am 21.02.2017 habe ich angefangen, am 31.05. waren es demzufolge 100 Tage. Das muss natürlich gefeiert werden. Also haben wir zur großen „orofed“- Party geladen und gefeiert. Unten gibt’s ein paar Bilder. Die Termin für die nächsten Partys sind übrigens 08.09. (200 Tage) und 17.12. (300 Tage). Könnt ihr Euch schon mal in den Kalender schreiben. 😉 
Wer Lust hat mitzumachen, meldet Euch doch mal. Wir sind immer auf der Suche nach Teilnehmern. Kontaktmöglichkeiten gibt’s entweder hier unter Kontakt oder auf der Info- Seite http://orofed.de. Da gibt’s auch „Tourdaten“ (unsere Reisepläne für die nächste Zeit) falls ihr nicht so ganz in der Nähe wohnt. Vielleicht passt es ja irgendwie. Wir würden uns freuen.

An dieser Stelle noch mal ein ganz großes Dankeschön an alle, die sich bisher vor meine Kamera gewagt haben und an alle die das Projekt unterstützen, allen voran meine Nicole, ohne die das alles unmöglich wäre.

Und hier gibt’s paar Bilder von der Party, natürlich stilecht analog aufgenommen (Bilder von Maike, Nicole und mir):

Michelle

Lübeck Ende September 2016. Ich weiß, schon wieder lange her. Aber so ist das halt, wenn man lieber fotografiert als schreibt.

Wir haben uns zuerst im Kaffee getroffen und geredet. Über Träume und das Leben. Wie es war, ist und hoffentlich wird. Wohin die Reise gehen soll. Was wichtig ist und was nicht. Welche Menschen weiterbringen, welche bremsen. 
Ach ja, fotografiert haben wir auch. Erst ein wenig draußen und später dann auch noch drinnen. Es war schön zu spüren, das Michelle Vertrauen zu mir hat, obwohl wir uns erst wenige Stunden kannten. Und eine der Voraussetzungen, das die Bilder was werden ist Vertrauen, da bin ich ganz sicher.

Zum Abschluss sind wir dann noch was Essen gegangen. Es ist lustig die Reaktionen der Leute zu beobachten, wenn ein alter Knacker wie ich mit einer jungen hübschen Frau das Lokal betritt. Tuscheln, versteckte Blicke, Neugier. Wir haben uns köstlich amüsiert. Smile

Danke Michelle für Dein Vertrauen, war ein inspirierender Tag mit Dir.

Liam, Teil 5

Heute gibt’s mal wieder was neues von Liam. Wir haben uns schon Mitte November zu unserem Shooting getroffen. Grau war es und kalt. Liam erzählt von den Mühen, die es kostet seinen Vornamen ändern zu lassen. Wie für alles in diesem Land gibt es dafür natürlich entsprechende Regeln und Gesetzte. Die besagen in einem solchen Fall, das zwei unabhängige Gutachter noch mal feststellen müssen, das man wirklich jemand anders werden will. Das Amtsgericht stellt dann nach einem weiteren persönlichen Gespräch fest, das der Vorname geändert werden darf. Alles nicht so einfach und mit viel Aufwand und Zeit verbunden. Nichts was man mal so nebenbei macht. Aber jetzt ist es offiziell: Liam heißt jetzt offiziell Liam. Ein riesiger Schritt.
Aber eben nur ein Schritt. Vor ihm liegen die Operationen, die auch körperlich alles ändern werden. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Zielstrebigkeit und dem Durchhaltevermögen, das Liam hat, das alles in letzter Konsequenz durchzuziehen. Wenn man sich diesen Weg immer mal wieder vor Augen führt, kommen einem die Probleme und Aufgaben, die man selber so mit sich rumschleppt, plötzlich so klein und albern vor.

Vielen Dank Liam, das wir Dich begleiten dürfen, es ist sehr inspirierend Dir zuzuschauen.

Fotografisch gibt es diesmal nichts neues. Bisschen analog, bisschen digital. Studio war uns zu langweilig, deshalb waren wir in Heilbronn auf dem Bahnhof. Leider hab ich viele der analogen Bilder versemmelt (Fokussieren ist ein Arschloch). Ich arbeite dran.

Maike

Schon wieder lange her, dass wir uns mit Maike im Studio getroffen haben. Die Zeit vergeht so unglaublich schnell und ich bin komme so selten dazu mein Blog zu füttern. Aber die Bilder haben es nicht verdient auf der Festplatte zu vergammeln.

Maike ist eine tolle, starke Frau, ich denke das sieht man den Bildern an.

Wir haben viel ausprobiert, wieder digital und analog. Seht selbst.

 

 

Nadine

Ich durfte mit Nadine schon einmal in Barcelona shooten, war damals schon begeistert von Ihr. Damals hätte ich es mit nie träumen lassen, das sie uns mal besuchen kommt und, einfach so, Fotos mit mir macht. Aber manchmal gehen selbst dem Leben mal die Zitronen aus und es kann nicht anders und tut Dir einen Gefallen. Und zwar diesmal in der Form, das es Nadine mal wieder nach good old Germany verschlagen hat. Und Zeit hatte sie auch noch mitgebracht. So haben wir uns dann ca. anderthalb Jahre nach unserem ersten Treffen wiedergesehen.
Wir haben unendlich viel gequatscht, sind gewandert, haben gelacht, sind in Ausstellungen versumpft und haben fotografiert. Im Studio, draußen, digital und analog. Was uns gerade einfiel. Ohne Make- Up, einfach nur Nadine und meine Kamera. Eine Offenbarung. Nach nie hab ich aus so wenigen Fotos so viele Gute bekommen. Praktisch war jeder Schuss ein Treffer. Egal welche Kamera, egal wo. Die Kamera liebt diese Frau.
OK, ich gerate ins Schwärmen, das wollte ich eigentlich verhindern. Deshalb schnell ein paar Fotos.

Es waren sehr inspirierende Tage die wir mit ihr verbracht haben. Tage die nach Wiederholung geradezu schreien.

Wie man Staub und Fusseln auf Filmen besiegt…

Disclaimer: Nachmachen auf eigene Gefahr, natürlich kann man einen Filmstreifen bei zu grober Behandlung zerstören.

Wie ja viele von Euch schon mitbekommen haben entwickeln wir unsere Filme, egal ob Farbe oder S/W, selbst. Also, um der Wahrheit die Ehre zu geben,

Maike, mit und ohne Fusseln

meist macht Nicole das und ich nehme nur die schönen Momente mit, nämlich wenn der Film aus der Dose kommt und man sieht ob es was geworden ist. Normalerweise wandert das gute Stück dann direkt nach dem Trocknen in den Scanner. Danach kann man endlich die ersehnten Resultate in voller Schönheit betrachten. Getrübt wird die Freude meistens durch fiesen, hässlichen Staub (hier dramatische Horrorfilmmusik einfügen). Bei S/W Filmen vertretbar wenige (wenn man im Lightroom den Stempel noch mal anwirft), bei Farbfilmen in der Regel so viele, das das Bild auf den ersten Blick unbrauchbar aussieht.
Da wir das selbstverständlich so nicht aus uns sitzen lassen können haben wir angefangen nach Lösungen zu suchen. Hier die gängigsten, die wir im Internet und in Büchern gefunden haben:

  • Staubfreier Raum, am besten gefliester Raum ohne Stoffe zum Trocknen
  • Netzmittel
  • Film mit einem Abzieher vor dem Trocknen abstreifen
  • Film mit Hilfe einer Salatschleuder vortrocknen
  • Vor dem Trocknen den Raum feucht durchwischen
  • Vor dem Scannen mit einem Luftspray oder Blasebalg Fusseln vom Scanner und Film pusten

Vergiss es! Haben wir alles gemacht, hilft praktisch überhaupt nicht. Wir haben unsere Gästetoilette komplett von allem befreit was irgendwie Staub absondern könnte, den Boden feucht durchgewischt, den Film geschleudert.

Mikrofaser- Tücher

Egal. Das Problem blieb. Und die Farbfilme waren immer viel schlimmer als die S/W Filme.
Was also tun? In unserer Verzweiflung hat Nicole dann ein Mikrofaser- Tuch genommen und den Streifen richtig fest geputzt (natürlich in getrocknetem Zustand). Also so richtig. So wie man eine Glasscheibe putzen würde (nur ohne Putzmittel). Und siehe da, die Fusseln sind auf dem Scan fast komplett verschwunden. Am Besten eignen sich die Tücher von Aldi, einmal in der Maschine gewaschen (nicht in Trockner).

Fazit: Manchmal hilft halt nur rohe Gewalt. 😉

Noblex, unendliche Weiten…

Die Liebe zum „Russen“ kühlte nach anfänglicher Euphorie doch relativ schnell wieder ab. 35mm ist zwar schön und gut, aber ich wollte es noch Extremer. Was mich hauptsächlich stört ist der fixe Fokus. Panorama von Landschaften ist ja toll, aber, ehrlich, mir sind Berge zu langweilig. Menschen sind das was mich interessiert, was ich fotografieren möchte. Und da ist die Möglichkeit des „Scharfstellens“ eine tolle Erfindung. Na ja, und halt Mittelformat.  Also hab ich mit auf dem Markt mal umgesehen, was es denn so an spannenden Kameras gibt.

Noblex PRO 175U

Das ist es dann geworden:
Eine Noblex Pro 175U. Viel mehr geht nicht. Macht einen Bildwinkel von 175 Grad. Hat einen einstellbaren Fokus, zwar beginnend bei 6m, aber immerhin. Offenblende 6.5. Für mich als Bokeh- Fetischist etwas gewöhnungbedürftig, aber naja.

Gleich als sie kam hab ich natürlich einen Film durchgezogen und hatte gehofft, das perfekte Bild zu bekommen (davon gehe ich eigentlich immer aus ;-)). War selbstverständlich ein Satz mit X:

WTF? Ich hatte doch sogar das Handbuch gelesen wie man den Film einlegt. Kann also nicht an mir liegen, muss an der Entwicklung liegen!!! 😉 Nachdem des Labor meines Vertrauens mit aber unmissverständlich mitgeteilt hat (*aua*), des das ja wohl gar nicht sein kann hab ich’s dann doch noch mal genauer gelesen. Und mir ist auch aufgefallen, das ein Steg zwischen Linse und Film wohl kontraproduktiv sein könnte. Nächster Versuch:

OK, der Steg ist weg. Das super. Aber warum ist es auf der linken Seite so unscharf (und warum hab ich keine Kirschen?)? Also nochmal Handbuch lesen. Ich hab es schlussendlich geschafft beim vierten! Film alles richtig zu machen:

Das Bild ist von unserem Urlaub in Kraków (Polen). Wir waren sehr früh unterwegs, weil wir die Stadt leer sehen wollten. Auf einem kleinen Platz war dann ein Markt für Tauben. Nicole hat versucht sich das anzusehen. Durfte sie nicht. Waren tatsächlich nur Männer. Gleichberechtigung my ass. 😉

Street- Photographie mit der Noblex. Geiler Scheiß. Das mach ich jetzt öfter.

Liam, Teil 4

Schon das vierte Mal, dass wir uns mit Liam getroffen haben, um seinen Weg vom Mädchen zum Mann zu begleiten. Zeit für einen kleinen Rückblick. Und vielleicht Einstieg für alle, die neu auf diese kleine Serie stoßen.
Wir haben Liam, damals noch als Ai (Aileen), bei einem Auftritt von „Red Reason“ kennengelernt. Schon damals nahmen wir Ihn als Wanderer zwischen den Geschlechtern war. Kleidung wie ein Junge, Gesichtszüge und Körper eher weich und feminin. Aber auf einer Bühne verschwimmt viel und was echt und was gespielt ist oft nicht zu unterscheiden.
Wir lernten die Menschen auf dieser Bühne näher kennen und wurden Freunde und hörten so auch mehr über die Geschichte von Liam. Im Dezember 2015 begann er dann mit der Hormontherapie, die ihn auch körperlich zu dem macht, was er im Kopf schon immer war: einen Mann.
Für uns der Anlass den Weg ein wenig mit der Kamera zu begleiten, Bilder zu schaffen, die wichtig sind. Wichtig weil sie dokumentieren was war und was wird. Wichtig weil sie einen Menschen zeigen, der seinen Weg geht, auch wenn es manchmal nicht leicht ist. Wichtig, weil sie vielleicht anderen Mut machen ihr Leben zu ändern, weil sie fühlen, das ihr Leben nicht zu ihnen passt.

Zur Erinnerung hier die bisherigen Einträge:

Und jetzt also Teil 4.
Es ist Sommer, also waren wir auch draußen. Start ist trotzdem das Studio, wieder mit Film. Die Kiev ist toll.
Ich finde das Mädchen ist weg. Nichts deutet mehr darauf hin. Körperlich geht es jetzt bald mit den Operationen weiter. Der letzte große Schritt.

Elisa

Studiobilder zuerst. Tanz und Lady. Passt beides zu Ihr.

Und auf der Burgruine Leofels waren wir dann auch noch. Mit ein bisschen gutem Willen kamen wir trotz Bauarbeiten in den Innenhof. Somit schon mal keine Neugierigen. Hier dann analog unterwegs mit Kiev und Mamiya. Analog ist das neue f/1.4. 😉

Na gut, eins ist digital. Wer’s findet, kriegt eine Gummipunkt. 😉

Danke an Elisa. Für Durchhaltevermögen und den Mut auf der Mauer zu tanzen. 🙂

April, April. :-)

Immer wieder schön, dieser erste April. Na ja, nur, wenn man selbst in den April schickt und nicht geschickt wird, selbstverständlich.
Wir hatten unseren Plan, Melissa als Cover- Girl auf die Vogue zu zaubern, schon vor einer Weile ausgeheckt. Und was soll ich sagen. Ich hätte nie gedacht, dass es mir auch nur irgendjemand abkaufen würde, dass ich ein Titelbild für ein bekanntes Modemagazin machen darf. Aber scheinbar glauben doch ein paar Leute an mich und meine fotografischen Künste. Das man es Melissa zutraut halte ich dagegen für völlig normal. Danke jedenfalls an alle, die uns ein Cover zutrauen. Wir werden weiter dran arbeiten, dass das irgendwann mal Realität wird.

Wir haben an dem Nachmittag aber noch ein paar mehr Bilder gemacht, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Das Titelbild ist vom „Russen“. So haben wir liebevoll unsere neue Panorama Kamera „Horizont“ getauft. Wer die mal in der Hand hatte weiß auch warum wir sie so genannt haben. Unverwüstliche Technik. Rockt. Gibt’s bald noch mehr von.

Ansonsten noch was Digitales. Nicole hat bei der Bearbeitung mal wieder ganze Arbeit geleistet. Das Schwarz/Weiß Bild rechts ist mein Lieblingsbild aus dem Shooting. Von der Art möchte ich gerne viel mehr machen. Am Besten noch Analog. Hach, mehr Zeit müsste man halt haben.

Unten in der Gallery findet Ihr noch mal das „Cover“ plus die anderen Kandidaten, die wir noch gemacht hatten. Gewonnen hat dann das Bild hauptsächlich wegen des aufdringlichen Ohrrings. 😉

Schreibt doch mal in die Kommentare, welches Bild ihr als Titel genommen hättet. Mein Favorit wäre nämlich ein anderes gewesen. Hab mich aber von den Mädels überstimmen lassen. Bin gespannt, was ihr meint. 🙂