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Saskia

Urlaub September 2016, die Zweite. 
Eigentlich hatte ich mir eigentlich vorgenommen alle Fotos in diesem Urlaub analog zu machen. Ich hatte praktisch alle meine Kameras dabei, zig Filme. Und ich habe es auch echt versucht. Aber eben auch leider wieder mal gemerkt, das es leichter gesagt als getan ist. Man muss sich im klaren sein, das die Linsen von vor 40 Jahren eben nicht so toll korrigiert sind wie heute. Das verzerrt dann schon mal ganz ordentlich, wenn man da nicht drauf aufpasst. 12 Bilder pro Film sind auch nicht die Welt, und Filmwechseln dauert immer und unterbricht den “Flow”. Ach, hab ich erwähnt, das Fokussieren ein Arschloch ist? Viel gelernt mal wieder.

Immer gut, wenn man ein verständnisvolles Model mit viel Geduld hat. Und Saskia war perfekt dafür. Geduldig und professionell. Danke dafür. Smile

So gibt es leider keine vorzeigbaren analogen Bilder von dem Shooting. Aber immerhin digitale. Und vielleicht, ja vielleicht, kommt Saskia mich ja mal im Studio besuchen. Da holen wir die analogen Bilder dann nach. 

Michelle

Lübeck Ende September 2016. Ich weiß, schon wieder lange her. Aber so ist das halt, wenn man lieber fotografiert als schreibt.

Wir haben uns zuerst im Kaffee getroffen und geredet. Über Träume und das Leben. Wie es war, ist und hoffentlich wird. Wohin die Reise gehen soll. Was wichtig ist und was nicht. Welche Menschen weiterbringen, welche bremsen. 
Ach ja, fotografiert haben wir auch. Erst ein wenig draußen und später dann auch noch drinnen. Es war schön zu spüren, das Michelle Vertrauen zu mir hat, obwohl wir uns erst wenige Stunden kannten. Und eine der Voraussetzungen, das die Bilder was werden ist Vertrauen, da bin ich ganz sicher.

Zum Abschluss sind wir dann noch was Essen gegangen. Es ist lustig die Reaktionen der Leute zu beobachten, wenn ein alter Knacker wie ich mit einer jungen hübschen Frau das Lokal betritt. Tuscheln, versteckte Blicke, Neugier. Wir haben uns köstlich amüsiert. Smile

Danke Michelle für Dein Vertrauen, war ein inspirierender Tag mit Dir.

Liam, Teil 5

Heute gibt’s mal wieder was neues von Liam. Wir haben uns schon Mitte November zu unserem Shooting getroffen. Grau war es und kalt. Liam erzählt von den Mühen, die es kostet seinen Vornamen ändern zu lassen. Wie für alles in diesem Land gibt es dafür natürlich entsprechende Regeln und Gesetzte. Die besagen in einem solchen Fall, das zwei unabhängige Gutachter noch mal feststellen müssen, das man wirklich jemand anders werden will. Das Amtsgericht stellt dann nach einem weiteren persönlichen Gespräch fest, das der Vorname geändert werden darf. Alles nicht so einfach und mit viel Aufwand und Zeit verbunden. Nichts was man mal so nebenbei macht. Aber jetzt ist es offiziell: Liam heißt jetzt offiziell Liam. Ein riesiger Schritt.
Aber eben nur ein Schritt. Vor ihm liegen die Operationen, die auch körperlich alles ändern werden. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Zielstrebigkeit und dem Durchhaltevermögen, das Liam hat, das alles in letzter Konsequenz durchzuziehen. Wenn man sich diesen Weg immer mal wieder vor Augen führt, kommen einem die Probleme und Aufgaben, die man selber so mit sich rumschleppt, plötzlich so klein und albern vor.

Vielen Dank Liam, das wir Dich begleiten dürfen, es ist sehr inspirierend Dir zuzuschauen.

Fotografisch gibt es diesmal nichts neues. Bisschen analog, bisschen digital. Studio war uns zu langweilig, deshalb waren wir in Heilbronn auf dem Bahnhof. Leider hab ich viele der analogen Bilder versemmelt (Fokussieren ist ein Arschloch). Ich arbeite dran.

Juana

Angst vor der Kamera ist international. Aber therapierbar.

Sehr spontan hat sie sich entschlossen doch ein paar Bilder von sich machen zu lassen. Sie, gebürtige Mexikanerin, ein Wirbelwind und gute Freundin. Eine Powerfrau, verheiratet, mit zwei Kindern und eigenen Geschäft (Glashaus in Cleversulzbach, sehr zu empfehlen). Frida Kahlo inspiriert sie. So hat sie die Garderobe entsprechend mitgebracht und ich habe versucht den Bildstil und die Posen anzupassen. Wir haben wieder viel Analog gemacht. Mit der Kiev und der Mamiya.

Nadine

Ich durfte mit Nadine schon einmal in Barcelona shooten, war damals schon begeistert von Ihr. Damals hätte ich es mit nie träumen lassen, das sie uns mal besuchen kommt und, einfach so, Fotos mit mir macht. Aber manchmal gehen selbst dem Leben mal die Zitronen aus und es kann nicht anders und tut Dir einen Gefallen. Und zwar diesmal in der Form, das es Nadine mal wieder nach good old Germany verschlagen hat. Und Zeit hatte sie auch noch mitgebracht. So haben wir uns dann ca. anderthalb Jahre nach unserem ersten Treffen wiedergesehen.
Wir haben unendlich viel gequatscht, sind gewandert, haben gelacht, sind in Ausstellungen versumpft und haben fotografiert. Im Studio, draußen, digital und analog. Was uns gerade einfiel. Ohne Make- Up, einfach nur Nadine und meine Kamera. Eine Offenbarung. Nach nie hab ich aus so wenigen Fotos so viele Gute bekommen. Praktisch war jeder Schuss ein Treffer. Egal welche Kamera, egal wo. Die Kamera liebt diese Frau.
OK, ich gerate ins Schwärmen, das wollte ich eigentlich verhindern. Deshalb schnell ein paar Fotos.

Es waren sehr inspirierende Tage die wir mit ihr verbracht haben. Tage die nach Wiederholung geradezu schreien.

Ein Model – ein Film

Ein Experiment, das sich gerne wiederholen darf. Ich hatte Lust, eins meiner Foto- Spielzeuge auszuprobieren. Elisa, die Freundin meines Sohnes, frühstückte mit uns und hatte vom Duschen noch nasse Haare. Manchmal gibt es schon glückliche Zufälle. 🙂

Also spontan Richtung Studio gestartet. In der Minolta lag ein TRI-X 400, jetzt nicht die beste Wahl, wenn man wenig Korn will. Ist aber egal. Wir beide waren völlig entspannt. Musste ja nix rauskommen dabei. Ist dann aber. Sehr ausdrucksstarke Portraits, so wie ich sie mag. Schwarz/weiß logischerweise, nur mit Fensterlicht. 

Langsam aber sicher kriegen wir auch das Staubproblem auf den Filmen in den Griff. 🙂

Wie man Staub und Fusseln auf Filmen besiegt…

Disclaimer: Nachmachen auf eigene Gefahr, natürlich kann man einen Filmstreifen bei zu grober Behandlung zerstören.

Wie ja viele von Euch schon mitbekommen haben entwickeln wir unsere Filme, egal ob Farbe oder S/W, selbst. Also, um der Wahrheit die Ehre zu geben,

Maike, mit und ohne Fusseln

meist macht Nicole das und ich nehme nur die schönen Momente mit, nämlich wenn der Film aus der Dose kommt und man sieht ob es was geworden ist. Normalerweise wandert das gute Stück dann direkt nach dem Trocknen in den Scanner. Danach kann man endlich die ersehnten Resultate in voller Schönheit betrachten. Getrübt wird die Freude meistens durch fiesen, hässlichen Staub (hier dramatische Horrorfilmmusik einfügen). Bei S/W Filmen vertretbar wenige (wenn man im Lightroom den Stempel noch mal anwirft), bei Farbfilmen in der Regel so viele, das das Bild auf den ersten Blick unbrauchbar aussieht.
Da wir das selbstverständlich so nicht aus uns sitzen lassen können haben wir angefangen nach Lösungen zu suchen. Hier die gängigsten, die wir im Internet und in Büchern gefunden haben:

  • Staubfreier Raum, am besten gefliester Raum ohne Stoffe zum Trocknen
  • Netzmittel
  • Film mit einem Abzieher vor dem Trocknen abstreifen
  • Film mit Hilfe einer Salatschleuder vortrocknen
  • Vor dem Trocknen den Raum feucht durchwischen
  • Vor dem Scannen mit einem Luftspray oder Blasebalg Fusseln vom Scanner und Film pusten

Vergiss es! Haben wir alles gemacht, hilft praktisch überhaupt nicht. Wir haben unsere Gästetoilette komplett von allem befreit was irgendwie Staub absondern könnte, den Boden feucht durchgewischt, den Film geschleudert.

Mikrofaser- Tücher

Egal. Das Problem blieb. Und die Farbfilme waren immer viel schlimmer als die S/W Filme.
Was also tun? In unserer Verzweiflung hat Nicole dann ein Mikrofaser- Tuch genommen und den Streifen richtig fest geputzt (natürlich in getrocknetem Zustand). Also so richtig. So wie man eine Glasscheibe putzen würde (nur ohne Putzmittel). Und siehe da, die Fusseln sind auf dem Scan fast komplett verschwunden. Am Besten eignen sich die Tücher von Aldi, einmal in der Maschine gewaschen (nicht in Trockner).

Fazit: Manchmal hilft halt nur rohe Gewalt. 😉

Noblex, unendliche Weiten…

Die Liebe zum „Russen“ kühlte nach anfänglicher Euphorie doch relativ schnell wieder ab. 35mm ist zwar schön und gut, aber ich wollte es noch Extremer. Was mich hauptsächlich stört ist der fixe Fokus. Panorama von Landschaften ist ja toll, aber, ehrlich, mir sind Berge zu langweilig. Menschen sind das was mich interessiert, was ich fotografieren möchte. Und da ist die Möglichkeit des „Scharfstellens“ eine tolle Erfindung. Na ja, und halt Mittelformat.  Also hab ich mit auf dem Markt mal umgesehen, was es denn so an spannenden Kameras gibt.

Noblex PRO 175U

Das ist es dann geworden:
Eine Noblex Pro 175U. Viel mehr geht nicht. Macht einen Bildwinkel von 175 Grad. Hat einen einstellbaren Fokus, zwar beginnend bei 6m, aber immerhin. Offenblende 6.5. Für mich als Bokeh- Fetischist etwas gewöhnungbedürftig, aber naja.

Gleich als sie kam hab ich natürlich einen Film durchgezogen und hatte gehofft, das perfekte Bild zu bekommen (davon gehe ich eigentlich immer aus ;-)). War selbstverständlich ein Satz mit X:

WTF? Ich hatte doch sogar das Handbuch gelesen wie man den Film einlegt. Kann also nicht an mir liegen, muss an der Entwicklung liegen!!! 😉 Nachdem des Labor meines Vertrauens mit aber unmissverständlich mitgeteilt hat (*aua*), des das ja wohl gar nicht sein kann hab ich’s dann doch noch mal genauer gelesen. Und mir ist auch aufgefallen, das ein Steg zwischen Linse und Film wohl kontraproduktiv sein könnte. Nächster Versuch:

OK, der Steg ist weg. Das super. Aber warum ist es auf der linken Seite so unscharf (und warum hab ich keine Kirschen?)? Also nochmal Handbuch lesen. Ich hab es schlussendlich geschafft beim vierten! Film alles richtig zu machen:

Das Bild ist von unserem Urlaub in Kraków (Polen). Wir waren sehr früh unterwegs, weil wir die Stadt leer sehen wollten. Auf einem kleinen Platz war dann ein Markt für Tauben. Nicole hat versucht sich das anzusehen. Durfte sie nicht. Waren tatsächlich nur Männer. Gleichberechtigung my ass. 😉

Street- Photographie mit der Noblex. Geiler Scheiß. Das mach ich jetzt öfter.

Liam, Teil 4

Schon das vierte Mal, dass wir uns mit Liam getroffen haben, um seinen Weg vom Mädchen zum Mann zu begleiten. Zeit für einen kleinen Rückblick. Und vielleicht Einstieg für alle, die neu auf diese kleine Serie stoßen.
Wir haben Liam, damals noch als Ai (Aileen), bei einem Auftritt von „Red Reason“ kennengelernt. Schon damals nahmen wir Ihn als Wanderer zwischen den Geschlechtern war. Kleidung wie ein Junge, Gesichtszüge und Körper eher weich und feminin. Aber auf einer Bühne verschwimmt viel und was echt und was gespielt ist oft nicht zu unterscheiden.
Wir lernten die Menschen auf dieser Bühne näher kennen und wurden Freunde und hörten so auch mehr über die Geschichte von Liam. Im Dezember 2015 begann er dann mit der Hormontherapie, die ihn auch körperlich zu dem macht, was er im Kopf schon immer war: einen Mann.
Für uns der Anlass den Weg ein wenig mit der Kamera zu begleiten, Bilder zu schaffen, die wichtig sind. Wichtig weil sie dokumentieren was war und was wird. Wichtig weil sie einen Menschen zeigen, der seinen Weg geht, auch wenn es manchmal nicht leicht ist. Wichtig, weil sie vielleicht anderen Mut machen ihr Leben zu ändern, weil sie fühlen, das ihr Leben nicht zu ihnen passt.

Zur Erinnerung hier die bisherigen Einträge:

Und jetzt also Teil 4.
Es ist Sommer, also waren wir auch draußen. Start ist trotzdem das Studio, wieder mit Film. Die Kiev ist toll.
Ich finde das Mädchen ist weg. Nichts deutet mehr darauf hin. Körperlich geht es jetzt bald mit den Operationen weiter. Der letzte große Schritt.

Lieblingsmodel

Auch wenn Sie sich in letzter Zeit immer etwas ziert, Nicole ist und bleibt mein Lieblingsmodel. Mag damit zusammen hängen, das ich seit mehr als 20 Jahren mit ihr zusammen leben darf. Auf ein paar „Testbilder“ mit dem Russen hat sie sich dann aber mal wieder eingelassen.

Danke für jede Minute die Du mit mir zusammen bist. Ich kann mir ein Leben ohne Dich nicht vorstellen.