Ein Model – ein Film

Ein Experiment, das sich gerne wiederholen darf. Ich hatte Lust, eins meiner Foto- Spielzeuge auszuprobieren. Elisa, die Freundin meines Sohnes, frühstückte mit uns und hatte vom Duschen noch nasse Haare. Manchmal gibt es schon glückliche Zufälle. 🙂

Also spontan Richtung Studio gestartet. In der Minolta lag ein TRI-X 400, jetzt nicht die beste Wahl, wenn man wenig Korn will. Ist aber egal. Wir beide waren völlig entspannt. Musste ja nix rauskommen dabei. Ist dann aber. Sehr ausdrucksstarke Portraits, so wie ich sie mag. Schwarz/weiß logischerweise, nur mit Fensterlicht. 

Langsam aber sicher kriegen wir auch das Staubproblem auf den Filmen in den Griff. 🙂

Wie man Staub und Fusseln auf Filmen besiegt…

Disclaimer: Nachmachen auf eigene Gefahr, natürlich kann man einen Filmstreifen bei zu grober Behandlung zerstören.

Wie ja viele von Euch schon mitbekommen haben entwickeln wir unsere Filme, egal ob Farbe oder S/W, selbst. Also, um der Wahrheit die Ehre zu geben,

Maike, mit und ohne Fusseln

meist macht Nicole das und ich nehme nur die schönen Momente mit, nämlich wenn der Film aus der Dose kommt und man sieht ob es was geworden ist. Normalerweise wandert das gute Stück dann direkt nach dem Trocknen in den Scanner. Danach kann man endlich die ersehnten Resultate in voller Schönheit betrachten. Getrübt wird die Freude meistens durch fiesen, hässlichen Staub (hier dramatische Horrorfilmmusik einfügen). Bei S/W Filmen vertretbar wenige (wenn man im Lightroom den Stempel noch mal anwirft), bei Farbfilmen in der Regel so viele, das das Bild auf den ersten Blick unbrauchbar aussieht.
Da wir das selbstverständlich so nicht aus uns sitzen lassen können haben wir angefangen nach Lösungen zu suchen. Hier die gängigsten, die wir im Internet und in Büchern gefunden haben:

  • Staubfreier Raum, am besten gefliester Raum ohne Stoffe zum Trocknen
  • Netzmittel
  • Film mit einem Abzieher vor dem Trocknen abstreifen
  • Film mit Hilfe einer Salatschleuder vortrocknen
  • Vor dem Trocknen den Raum feucht durchwischen
  • Vor dem Scannen mit einem Luftspray oder Blasebalg Fusseln vom Scanner und Film pusten

Vergiss es! Haben wir alles gemacht, hilft praktisch überhaupt nicht. Wir haben unsere Gästetoilette komplett von allem befreit was irgendwie Staub absondern könnte, den Boden feucht durchgewischt, den Film geschleudert.

Mikrofaser- Tücher

Egal. Das Problem blieb. Und die Farbfilme waren immer viel schlimmer als die S/W Filme.
Was also tun? In unserer Verzweiflung hat Nicole dann ein Mikrofaser- Tuch genommen und den Streifen richtig fest geputzt (natürlich in getrocknetem Zustand). Also so richtig. So wie man eine Glasscheibe putzen würde (nur ohne Putzmittel). Und siehe da, die Fusseln sind auf dem Scan fast komplett verschwunden. Am Besten eignen sich die Tücher von Aldi, einmal in der Maschine gewaschen (nicht in Trockner).

Fazit: Manchmal hilft halt nur rohe Gewalt. 😉
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Noblex, unendliche Weiten…

Die Liebe zum „Russen“ kühlte nach anfänglicher Euphorie doch relativ schnell wieder ab. 35mm ist zwar schön und gut, aber ich wollte es noch Extremer. Was mich hauptsächlich stört ist der fixe Fokus. Panorama von Landschaften ist ja toll, aber, ehrlich, mir sind Berge zu langweilig. Menschen sind das was mich interessiert, was ich fotografieren möchte. Und da ist die Möglichkeit des „Scharfstellens“ eine tolle Erfindung. Na ja, und halt Mittelformat.  Also hab ich mit auf dem Markt mal umgesehen, was es denn so an spannenden Kameras gibt.

Noblex PRO 175U

Das ist es dann geworden:
Eine Noblex Pro 175U. Viel mehr geht nicht. Macht einen Bildwinkel von 175 Grad. Hat einen einstellbaren Fokus, zwar beginnend bei 6m, aber immerhin. Offenblende 6.5. Für mich als Bokeh- Fetischist etwas gewöhnungbedürftig, aber naja.

Gleich als sie kam hab ich natürlich einen Film durchgezogen und hatte gehofft, das perfekte Bild zu bekommen (davon gehe ich eigentlich immer aus ;-)). War selbstverständlich ein Satz mit X:

WTF? Ich hatte doch sogar das Handbuch gelesen wie man den Film einlegt. Kann also nicht an mir liegen, muss an der Entwicklung liegen!!! 😉 Nachdem des Labor meines Vertrauens mit aber unmissverständlich mitgeteilt hat (*aua*), des das ja wohl gar nicht sein kann hab ich’s dann doch noch mal genauer gelesen. Und mir ist auch aufgefallen, das ein Steg zwischen Linse und Film wohl kontraproduktiv sein könnte. Nächster Versuch:

OK, der Steg ist weg. Das super. Aber warum ist es auf der linken Seite so unscharf (und warum hab ich keine Kirschen?)? Also nochmal Handbuch lesen. Ich hab es schlussendlich geschafft beim vierten! Film alles richtig zu machen:

Das Bild ist von unserem Urlaub in Kraków (Polen). Wir waren sehr früh unterwegs, weil wir die Stadt leer sehen wollten. Auf einem kleinen Platz war dann ein Markt für Tauben. Nicole hat versucht sich das anzusehen. Durfte sie nicht. Waren tatsächlich nur Männer. Gleichberechtigung my ass. 😉

Street- Photographie mit der Noblex. Geiler Scheiß. Das mach ich jetzt öfter.

Liam, Teil 4

Schon das vierte Mal, dass wir uns mit Liam getroffen haben, um seinen Weg vom Mädchen zum Mann zu begleiten. Zeit für einen kleinen Rückblick. Und vielleicht Einstieg für alle, die neu auf diese kleine Serie stoßen.
Wir haben Liam, damals noch als Ai (Aileen), bei einem Auftritt von „Red Reason“ kennengelernt. Schon damals nahmen wir Ihn als Wanderer zwischen den Geschlechtern war. Kleidung wie ein Junge, Gesichtszüge und Körper eher weich und feminin. Aber auf einer Bühne verschwimmt viel und was echt und was gespielt ist oft nicht zu unterscheiden.
Wir lernten die Menschen auf dieser Bühne näher kennen und wurden Freunde und hörten so auch mehr über die Geschichte von Liam. Im Dezember 2015 begann er dann mit der Hormontherapie, die ihn auch körperlich zu dem macht, was er im Kopf schon immer war: einen Mann.
Für uns der Anlass den Weg ein wenig mit der Kamera zu begleiten, Bilder zu schaffen, die wichtig sind. Wichtig weil sie dokumentieren was war und was wird. Wichtig weil sie einen Menschen zeigen, der seinen Weg geht, auch wenn es manchmal nicht leicht ist. Wichtig, weil sie vielleicht anderen Mut machen ihr Leben zu ändern, weil sie fühlen, das ihr Leben nicht zu ihnen passt.

Zur Erinnerung hier die bisherigen Einträge:

Und jetzt also Teil 4.
Es ist Sommer, also waren wir auch draußen. Start ist trotzdem das Studio, wieder mit Film. Die Kiev ist toll.
Ich finde das Mädchen ist weg. Nichts deutet mehr darauf hin. Körperlich geht es jetzt bald mit den Operationen weiter. Der letzte große Schritt.

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Lieblingsmodel

Auch wenn Sie sich in letzter Zeit immer etwas ziert, Nicole ist und bleibt mein Lieblingsmodel. Mag damit zusammen hängen, das ich seit mehr als 20 Jahren mit ihr zusammen leben darf. Auf ein paar „Testbilder“ mit dem Russen hat sie sich dann aber mal wieder eingelassen.

Danke für jede Minute die Du mit mir zusammen bist. Ich kann mir ein Leben ohne Dich nicht vorstellen.